Schematherapie
kurz erklärt

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Die Psychoanalyse ging immer davon aus, dass die Erfahrungen der frühen Kindheit das weitere Leben maßgeblich und nachhaltig beeinflussen, stärker als den meisten Menschen klar ist. Ein großer Anteil unseres Seelenlebens läuft unbewusst ab. Die Verhaltenstherapie setzte zunächst eher an dem beobachtbaren Verhalten an und wie es erlernt wird.  Sie entwickelte sich schnell weiter und erkannte, dass das Denken (Kognitionen) das Verhalten wesentlich beeinflusst. Davon geht die moderne kognitive Verhaltenstherapie weiter aus und setzt die Behandlung an dem Zusammenspiel und der Veränderung von Denken und Handeln an. Aus dieser Richtung, zu deren wichtigsten Vertretern Aaron Beck gehörte, entwickelte  Young, ein Schüler von Beck, die Schematherapie als wichtige Weiterentwicklung. 

 

 Grund dafür war seine Erfahrung, dass manche Patienten schlecht auf die Verhaltenstherapie ansprachen, da ihre Lebenserfahrungen so tiefe Spuren in der Seele hinterlassen hatte, dass eine therapeutisch angesetzte  Verhaltensänderung  an Emotionen,  Selbstbild nicht grundsätzlich etwas zu ändern vermochte.

 

Diese therapeutische Methode wurde von Jeffrey Young und seinem Team entwickelt. Sie vereint wichtige Erkenntnisse aus den bekannten Therapieschulen, also der Verhaltenstherapie, der Tiefenpsychologie bzw. Psychoanalyse. 

Warum stellen sich - scheinbar grundlos - immer wieder negative Gefühlszustände ein, obwohl wir in Verhaltensexperimenten scheinbar korrigierende Erfahrungen machen? Warum können wir diese Erfahrungen für uns nicht als gültig annehmen? Warum beurteilen wir uns strenger als andere, warum schätzen wir unseren Wert geringer als den der anderen? Warum ducken wir uns weg oder bieten einem Aggressor die Kehle?

 

Weil wir Schemata so fest verinnerlicht haben, dass wir es nicht mehr merken. Sie leiten uns, aber für uns unbewusst.  Wir lenken unsere Schritte nach ihnen, bis sie sich wie eine tiefe Fußspur in unseren Lebensweg   eingegraben haben. Solche negativen Schemata sind Überzeugungen, die wir nicht hinterfragen. Entstanden sind sie durch frühe Erfahrungen mit Menschen, die unsere berechtigten kindlichen Bedürfnisse nach Bindung, Autonomie, Freiheit, Schutz und liebevolle Anleitung missachtet haben.

Und irgendwann übernehmen wir die Missachtungen und Einschränkungen selber.

 

 

Unsere Bewältigungsversuche, die wir zum Teil selbst nicht sinnvoll finden, aber trotzdem immer wieder einsetzen, haben ihren Ursprung in kindlich-hilflosen Versuchen, existenziell wichtige Bedürfnisse doch noch befriedigt zu bekommen.

Immer wieder gehen wir denselben Weg, der uns nie weiterbringt, sondern unsere Fußspur immer tiefer gräbt, so dass wir in den Trampelpfad, den wir uns selbst  gegraben haben, hineinrutschen, selbst wenn wir uns vornehmen, mal einen neuen Weg zu gehen - oder einfach mal auszuharren.

Übrigens

Jede Therapie ist eine ganz eigene Interaktion zwischen Patient*in, Therapeut*in und der Welt. Daher muss sie offen und flexibel sein. Die Schematherapie ist integrativ, aber natürlich auch kein Dogma. Auch für sie gilt es, den Blick für alternative Wege offen zu halten.

 

Psychologische Beratung und Therapie | Dipl.-Psych. Susanne Ludwig-Strauß | Psychotherapeutin nach dem Heilpraktikergesetz

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